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Seit inzwischen 10 Jahren arbeiten wir auch in einem spannenden weiteren Tätigkeitsfeld, der Intensivpflege. Hier stellen wir komplette 24-Stunden-Teams zur Assistenz bei ultrahoch querschnittgelähmten Menschen mit Beatmungspflicht.
Diese sehr aufwändige und medizinisch wie psychisch anspruchsvolle Pflege wird z.B. notwendig, wenn nach einem Unfall oder einer Erkrankung eine hohe Querschnittlähmung (inzwischen sogar häufiger mit Atemlähmung) eintritt.
Mit den heutigen apparativen und rehabilitativen Möglichkeiten kann zwar für den Betroffenen ein Überleben gesichert werden, das jedoch erst durch eine unaufdringliche und qualitativ hochwertige pflegerische Assistenz einen Sinn zurückgewinnt.
Eine derartige Maßnahme ist sehr personalaufwändig, aber stellt auch erhebliche logistische Probleme. Ein Problem hierbei ist der Umstand, dass für jeden einzelnen Betroffenen ein Team qualifizierter Pflegekräfte eingestellt (und bezahlt) werden muss, die Krankenkassen aber bei jeder Pflegeunterbrechung (z.B. durch Klinikaufenthalt) sofort die Zahlung einstellen, so dass eine Kalkulation der Pflegekosten sich äußerst schwierig gestaltet.
In Zusammenarbeit mit Berufsgenossenschaften und Krankenkassen versuchen wir und qualifizierte Alternativen im jeweils eigenen Haushalt zum Krankenhaus. oder Heimaufenthalt anzubieten. Möglich sind auch Betreuungsmodelle im Rahmen des Betreuten Wohnens, die dadurch erheblich kostengünstiger werden.
Die in diesem Bereich eingesetzten examinierten Pflegekräfte werden von unseren erfahrenen Kolleg(inn)en intensiv auf ihre neue Tätigkeit vorbereitet. Neben der Einweisung in die Pflege mit hoch Querschnittgelähmten und speziell der Lagerungs- und Beatmungsprobleme hat sich die Zusammenarbeit mit der Medizintechnik-Firma Börgel, die die meisten atemgelähmten Patienten mit einer zuverlässigen Beatmungstechnologie versorgt, bewährt. Auch sie leistet vor Ort immer wieder Einweisungen in die Technik. Darüber hinaus kommt ggf. auch eine Schulung im Querschnittgelähmten-Zentrum des Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses Hamburg in Betracht.
Pflege in diesem Bereich bedeutet Arbeit in sehr sensiblem Umfeld:
Einerseits muss ich hochqualifiziert Krankenbeobachtung (v.a. Haut-, Blasen-, Kreislauf-, Tracheostoma- Beobachtung) leisten sowie sicheres Geräte-Monitoring beherrschen, und bei Bedarf ruhig und sicher die notwendigen Pflegemaßnahmen treffen bzw. weitere medizinische oder rehabilitative Maßnahmen einleiten.
Andererseits bewege ich mich im häuslichen Umfeld meines Betreuten, in dessen Familie, und muss laufend überprüfen, wieviel Hilfe zur maximalen Selbständigkeit gefordert und andererseits wieviel persönlicher Freiraum und Intimsphäre für ihn und seine Familie notwendig ist.
Dies erfordert neben den “handelsüblichen” pflegerischen Qualitäten viel Feingefühl und die Bereitschaft - z.B. beim Ausfall der Beatmung - von “Null auf Hundert” zu kommen und schnell das in diesem Moment richtige zu tun.
Gleichzeitig ergibt sich die seltene Möglichkeit mit einem Patienten und dessen Umfeld in eine längere Beziehung zu treten und Pflege zu planen und mit Zeit und ohne Druck durchzuführen.
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